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Dienstag, 26.03.2019
19.12.2018

Zinskommentar Dezember 2018

Lübeck, 17. Dezember 2018: Die Europäische Zentralbank (EZB) äußerte sich zuletzt verhaltener zur weiteren Zinspolitik. Zuvor hatte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) für neue Spekulationen um die Konjunktur- und Zinsentwicklung gesorgt. Die Swap- und Anleihesätze reagierten auf dem Fuß, die Bestzinsen für 10-jährige Baufinanzierungen zogen letztendlich nach und sanken unter 1,0 Prozent.

Auf der letzten geldpolitischen Sitzung des Jahres bestätigte die EZB wie geplant, dass das umfangreiche Anleihenkaufprogramm zum Jahresende ausläuft. Ab Januar werden nur noch auslaufende Anleihen ersetzt werden. Der EZB-Vorsitzende Mario Draghi bestätigte, dass die letzten Konjunkturdaten etwas schwächer ausfielen als erwartet. So wuchs das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone im dritten Quartal nur noch um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Die Verbraucherpreise gingen im November ebenfalls leicht zurück. In der Eurozone von 2,5 auf 2,3 Prozent, in Deutschland von 2,2 auf 2,0 Prozent.

Draghi wies ein weiteres Mal auf die Unsicherheiten bezüglich geopolitischer Faktoren, Protektionismus, Anfälligkeiten in den Emerging Markets und der Volatilität des Finanzmarkts hin. Die Wachstumsprognosen für 2018 und 2019 wurden leicht nach unten korrigiert. Er sprach bei seinen Erläuterungen ausdrücklich von einer „schwächeren“, aber noch keiner „schwachen“ Konjunkturentwicklung in der Eurozone.

Fed sieht US-Zinsen auf fast neutralem Level

Die zuletzt daueroptimistische Fed hatte zuletzt Signale gesendet, die auf einen Kurswechsel hindeuten. Auf einer Rede wies Fed-Chef Jerome Powell darauf hin, dass die US-Zinsen fast den Wert erreicht haben, bei dem sie sich neutral zur Wirtschaftsentwicklung verhalten. Diese Einschätzung spricht dafür, dass sich die offensive Geldpolitik der Fed 2019 verlangsamt. Am Markt rechnet man nur noch mit ein bis zwei Zinsschritten für das kommende Jahr. 

Trotzdem wird für die Fed-Zinssitzung am 18./19.12. die vierte Zinserhöhung um einen viertel Basispunkt in diesem Jahr erwartet. Zur Begründung werden Aussagen Powells herangezogen, dass sich die US-Wirtschaft aktuell sehr gut entwickle. Insbesondere der Arbeitsmarkt überzeugt die Fed, nachdem die Arbeitslosigkeit zuletzt auf den niedrigsten Stand seit 50 Jahren gesunken ist.

Bestzinsen für Baufinanzierungen – aktuelle Entwicklung und Ausblick

Die Bestzinsen für 10- und 15-jährige Baufinanzierungen bewegten sich in den letzten Wochen zunächst kaum vom Fleck. Die 10-jährigen Zinsbindungen bleiben fast konstant bei 1,07 Prozent. Die 15-jährigen Zinsbindungen sanken minimal von 1,51 Prozent Anfang November auf 1,49 Prozent Anfang Dezember. „In die Swap-Sätze war bereits Bewegung gekommen. Sie hatten in den letzten Wochen merklich nachgegeben“, bemerkt Jörg Haffner, Geschäftsführer der Qualitypool GmbH. „Auch die Anleihenmärkte hatten auf die Aussagen Powells reagiert – die Verzinsung der 10-jährigen US-Treasuries und der Bundesanleihen ging jeweils zurück. Und nun bewegen sich mit leichter Verzögerung die Bauzinsen – auch weil sich die Banken für 2019 in eine gute Ausgangsposition bringen wollen. Die 10-jährigen Zinsbindungen sanken in den letzten Tagen teilweise unter 1,0 Prozent.“

Ein Ausgangspunkt war für Haffner die vergleichsweise große Überraschung am Markt darüber, dass Fed-Chef Powell zum jetzigen Zeitpunkt eine Kurskorrektur eingeleitet hat. Zwar war seit längerem bekannt, dass viele Konjunkturexperten für 2019 mit einer schwächeren US-Wirtschaftsentwicklung rechnen. Davon ließ sich die Fed bisher aber nicht beeindrucken. „Nun sind in den USA inverse Zinskurven aufgetreten. Davon spricht man, wenn die Renditen langfristiger Anleihen teilweise unter denen mit kurzfristiger Laufzeit liegen. Dieses Phänomen trat in der Vergangenheit oft vor einer Rezession auf und sorgt deshalb für große Nervosität. Die US-Konjunktur brummt zwar aktuell, die Handelsstreitigkeiten mit China und die hohe Staatsverschuldung könnten sich aber durchaus negativ auswirken“, ergänzt Haffner.

Zur Situation im Euroraum kommentiert er: „Bisher war die Europäische Zentralbank zuversichtlich, dass die Konjunktur nur eine kleine Verschnaufpause einlegt. Nun waren beim Blick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung verhaltenere Töne zu hören. Und auf die Frage, wann denn nun die erste Zinserhöhung komme, antwortete Draghi, dass die Mehrheit vom Sommer 2019 ausgeht, es aber noch weitere Einflussfaktoren gebe. Das klang pessimistischer als zuletzt. Dieser vorsichtigere Kurs der Notenbanken ist nun an den Zinsmärkten zu spüren. Bisher wurde erwartet, dass die Bauzinsen im ersten Halbjahr vor einer EZB-Zinserhöhung leicht ansteigen. Nun wird spekuliert, dass 2019 womöglich gar kein Zinsschritt stattfindet. Das sollte die Entwicklung der Bauzinsen kurzfristig einbremsen − wir könnten auch das gesamte Jahr 2019 von günstigen Zinsen profitieren.“

Tendenz:

Kurzfristig: leicht schwankend seitwärts
Langfristig: leicht steigend

Quelle: Qualitypool GmbH





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