Sonntag, 29.05.2016

Zinskommentar Januar 2016

25.01.2016

Baufinanzierungszinsen reagieren im Anschluss an US-Zinsentscheid zurückhaltend

Lübeck, 11. Januar 2016: Nachdem die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Dezember den Leitzins auf eine Spanne von 0,25 Prozent bis 0,5 Prozent erhöht hatte, blieben größere Bewegungen der Baufinanzierungszinsen aus. Vor dem jüngsten Zinsentscheid hatte die Fed den US-Leitzins für sieben Jahre unverändert zwischen 0,0 Prozent und 0,25 Prozent belassen.

 

Der wohl kleinstmögliche Zinsschritt auf die Spanne von 0,25 Prozent bis 0,5 Prozent war vom Markt bereits erwartet worden. Die Fed-Vorsitzende Janet Yellen hatte in den Wochen vor dem Zinsentscheid wiederholt positive Äußerungen zur Entwicklung der US-Wirtschaft getätigt, nachdem positive Arbeitsmarkt- und Konsumdaten sowie gestiegene Investitionen der Unternehmen die Konjunkturerholung bestätigten.

 

Marktexperten sehen den Ausstieg aus der faktischen „Null-Zins-Politik“ als Beginn einer Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität – verbunden mit einem höheren Zinsniveau in den USA sowie einer angestrebten zweiprozentigen Inflation. Mögliche weitere Zinserhöhungen der Fed sollen ebenfalls in kleinen Schritten vollzogen werden, um die Nervosität am Markt möglichst gering zu halten und Spekulationsblasen aus dem Weg zu gehen. Befürworter der Zinswende glauben daran, dass der erste Zinsschritt der Fed als positives Signal für die weitere Erholung der gesamten Weltwirtschaft gewertet wird. Kritiker gehen hingegen von negativen Folgen für die Weltwirtschaft, insbesondere die Schwellenländer, aus.

 

Verhaltene Reaktion der Baufinanzierungszinsen nach US-Zinsentscheid

 

Vor der Zinswende war über einen leichten Anstieg der Baufinanzierungzinsen im Zuge einer Leitzinserhöhung spekuliert worden. Die Bestzinsen für 10-jährige Hypothekendarlehen stiegen – in Erwartung der Zinsanhebung – bereits vor dem Entscheid minimal auf 1,30 Prozent. Im Anschluss daran führten die Bauzinsen allerdings den aus den Vormonaten gewohnten Seitwärtstrend fort.

 

Die nächste geldpolitische Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) findet Ende Januar statt – im Vorfeld werden nach der jüngsten Verlängerung des Staatsanleihenkaufprogramms und der Anhebung des Strafzinses für Bankeinlagen von 0,2 Prozent auf 0,3 Prozent zunächst keine weiteren Maßnahmen erwartet.

 

„Der US-Zinsentscheid hat deutlich gemacht, dass der Beginn der Zinswende vorerst keine nachhaltigen Auswirkungen auf die Bauzinsen hatte. Dementsprechend wäre jetzt ein passender Zeitpunkt für künftige Haus- und Wohnungsbesitzer, um sich nach einem geeigneten Objekt umzusehen und eine Baufinanzierung abzuschließen“, gewichtet Michael Neumann, Geschäftsführer der Qualitypool GmbH, die letzten Ereignisse.

 

Tendenz:

 

Kurzfristig: schwankend seitwärts

Langfristig: steigend

 

Quelle: Qualitypool GmbH